Moin oder Grias di! Beide Dialekte klingen in meinen Ohren wohlvertraut und sind Teil meines bisherigen Lebenswegs, auf den ich dich hier ein wenig mitnehme.
Aufgewachsen bin ich dort, wo Krabbenbrötchen statt Leberkässemmel gefuttert werden. Wo Handballspielen cooler als Fußball ist und die Landschaft platt anstatt hügelig. Also genau das Gegenteil zu der Umgebung, wo ich jetzt wohne.
Nach dem Abitur ging es für mich hinaus in die weite Welt, von Schleswig-Holstein nach Bremen zum BWL Studium. Frei nach Lust und Laune schlafen, essen und fernsehen im eigenen WG-Zimmer, man war das gut.
Für zwei Auslandsjahre tauschte ich dann den Deich gegen Palmen. Erst Valencia, danach Madrid. Schnell war für mich klar, dass ich in die Sonne gehöre und nicht in den nassen Norden. Da Spanien zu damaliger Zeit aber keinen attraktiven Arbeitsmarkt bot, ging es für mich schweren Herzens zurück nach Deutschland.
In Konstanz studierte ich einen Master und stellte somit die Weichen für den ersten Job. Diesen fand ich in München im Bereich Marketing & Kommunikation in einem Bauunternehmen. Es kam aber noch viel besser mit dieser Stadt. Durch eine Freundin fand ich 2016 zurück zum Glauben und lernte in der Kirche meinen zukünftigen Ehemann aus Brasilien kennen.
Nach unserer standesamtlichen Trauung mischten wir beim Corona-Babyboom mit. Unser erstes Mädchen wurde 2021 geboren, zwei Jahre später unsere zweite Tochter. Lange Zeit wohnten wir als Familie auf viel zu kleinem Raum, was uns rückblickend aber stärkte und auch für unsere Werte spricht. Wir mögen das einfache Leben. Ebay, Jugendherbergen, Zug fahren, Wandern in der Natur, das ist unser Anteil zu einem besseren CO2 Fußabdruck.
Im Jahr 2024 wagten wir den Schritt, raus aufs Land zu ziehen und wohnen nun ziemlich glücklich in einer Doppelhaushälfte mit Garten. Wir haben jetzt so viel mehr Zimmer, dass ich mir sogar eine Bastelecke einrichten konnte. An dem runden Tisch liebe ich es, kreativ zu werden und am Laptop zu schreiben.
Dieses Jahr ließ mich Gottes wiederkehrender Ruf, meine Gabe des Schreibens für andere Menschen sichtbar einzusetzen, nicht mehr los. Und so entstand die Idee zu diesem kleinen aber feinen Blog.
Nach wie vor bekomme ich Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke, dass ich so viel Persönliches von mir im Internet preisgebe und mich dadurch verletzlich mache. In diesen Momenten würde ich am liebsten die Entf-Taste drücken, aber Gott ermutigt mich wirklich sehr, diesen Blog zu seiner Ehre zu gestalten.
