Dieses malerische Foto schoss mein Mann in unseren Flitterwochen. Es zeigt die perfekte Kulisse für frischvermählte Turteltäubchen. Was das Foto aber nicht preisgibt, ist die Tatsache, dass es den lieben langen Tag geregnet hatte und wir uns am Abend schon mit Chipstüte vor dem TV gesehen hatten. Als dann aber die Wolken aufbrachen, beschlossen wir kurzerhand, noch hoch zur Tannenhütte am Wank zu wandern.
Dass der Spruch ‚Nach dem Regen kommt die Sonne‘ auch auf Beziehungen zutrifft, kann ich nach unseren ersten fünf Ehejahren nur bestätigen. Nach jedem überstandenen Streit empfand ich unsere Ehe immer ein Stück robuster und widerstandsfähiger als zuvor. Nicht von ungefähr wird deshalb auch das 5-jährige Ehejubiläum als Hölzerner Hochzeitstag bezeichnet. Die Ehe hat sich bewährt, sie weist nun die Eigenschaft von hoher Festigkeit auf, ähnlich wie zu einem Baum, der sich mit der Zeit verstärkt und verwurzelt hat.
Wenn ich das Bild eines wachsenden Baumes auf unsere Familienentwicklung übertrage, fallen mir vor allem die jungen Äste auf, die sich in kürzester Zeit bei uns herausgebildet haben:

Das ist für uns ganz viel sichtbarer Segen, für den wir unheimlich dankbar sind. Gleichzeitig zerrte das schnelle Wachstum in den letzten fünf Jahren aber auch extrem an unserer Kraft und Nerven:
- Zwei Töchter im Kleinkindalter, was wunderschön und gleichzeitig absolut intensiv in der Begleitung ist, vor allem bei fehlenden eigenen Eltern vor Ort.
- Der Masterabschluss meines Mannes, der nicht ganz so easy in seiner Tasche landete wie wahrscheinlich ´´für seine Mitstudenten ohne Baby daheim. Aufgrund der Coronakrise wurde sein Studium auch noch für ein Jahr in unsere Zweizimmerwohnung verlegt.
- Die Festanstellung für meinen Mann bei einem Personaldienstleister und daher immer mit dem Gefühl, 110 % geben zu müssen, um bei dem eingesetzten Projekt die Chance auf eine Übernahme zu haben.
- Unser Umzug aufs Land und raus aus der Stadt, was für meinen Mann eine längere Pendelstrecke bedeutet und für mich mehr Zeit mit den Kindern allein zuhause.
- Eine Doppelhaushälfte mit Garten, was uns im Vergleich zu unserer letzten Wohnung viel mehr Fläche bietet, gleichzeitig aber auch deutlich mehr Aufwand erfordert (insbesondere mit kleinen Krümelmonstern im Haus).
- Eine aktuelle Schwangerschaft, die dankenswerterweise bisher ohne erhöhtes Ruhebedürfnis auskam, aber trotzdem nicht spurlos an meinem Beckenboden vorübergeht.
Rückblickend kann ich aber auch sagen, dass diese vielfältigen Herausforderungen, die ganz gewiss viele junge Familien erleben, zur Robustheit unseres ‚Ehe-Holzes‘ verholfen haben. Gerade weil wir als Team gut funktionieren müssen und jeder sein Bestes geben muss. Zumindest bis zu dem Punkt, wie es unsere Kräfte erlauben.
Um für den Alltag gewappnet zu sein, hilft mir vor allem eins: Gebet.
Ich bezeichne es auch gerne als Gespräch mit Gott, denn ich spreche zu Gott in den verschiedensten Situationen, manchmal mitten im Chaos. Da passt das Bild von betenden Händen und Stille nicht immer. Gott sei Dank kommt es auf diese Äußerlichkeit aber auch überhaupt nicht drauf an.
Es kommt allein auf mein Herz an, das sich nach einer tiefen Verbundenheit mit dem Schöpfer sehnt. Wie in einer echten Beziehung lädt Gott uns Menschen ein, unser Leben ihm anzuvertrauen, mit allen Ups und Downs. Es macht einen so großen Unterschied, wenn ich mir am Tag Zeit nehme und mich immer wieder an ihn wende. Ich kann dich nur ermutigen, Gleiches zu tun, denn Gebet:
- schenkt Ermutigung und Kraft für den Tag.
- lenkt den Fokus weg von meiner vermeintlichen Stärke hin auf die Kraft, Macht und Güte des Vaters im Himmel.
- macht frei von Sorgen, die mich beherrschen wollen.
- schafft Veränderung (vor allem in Konfliktsituationen).
- schenkt einen Frieden im Herzen, den die Welt nicht geben kann.
- kann jeder, es gibt kein richtig oder falsch. Bitten, klagen, weinen, schweigen, loben, ehren, singen, tanzen etc. alles gehört dazu.
- ist Beziehung mit Gott, die täglich erlebt werden will.
Ich schließe ab mit einer Botschaft Gottes, die der Prophet Jeremia im Alten Testament empfing. Sie passt so gut zu unserer diesjährigen Holzhochzeit und schenkt Vorfreude auf die nächsten Ehejahre.
Doch Segen soll über alle kommen, die allein auf mich, den HERRN ihr Vertrauen setzen! Sie sind wie Bäume, die am Wasser stehen und ihre Wurzeln zum Bach hin ausstrecken. Sie fürchten nicht die glühende Hitze; ihr Laub bleibt grün und frisch. Selbst wenn der Regen ausbleibt, leiden sie keine Not. Nie hören sie auf, Frucht zu tragen. (Jeremia 17, 7- 8)
Diese Botschaft gilt uns allen. Sei gesegnet!

Parabéns pela reflexão, e inspiração.
Wow das ist eine riesen warheit. Wir haben ein Gott der unsere gebete immer hört. Und jede situation verendert sich wenn wir Ihn zutrauen. Dein text ist perfect.