Traditionell verbringen wir den Geburtstag meines Mannes nicht zuhause, sondern im Kurzurlaub. Dieses Mal ging es nach Tirol in die Kitzbüheler Alpen. Wir wurden absolut beschenkt mit herrlichstem Sonnenschein. Erst am Rückreisetag hingen die Wolken über dem Tal, besser hätten wir die Tage in den Bergen mit unseren Töchtern nicht verbringen können.
Wieder zuhause angekommen, begann es, aus Eimern zu schütten. „Gott sei Dank“, äußerte sich eine Nachbarin, die sich hinsichtlich der trockenen Feldern Sorgen zu machen schien. Wie recht sie hatte! Denn sie erinnerte mich an die jungen Landwirte im Tiroler Land, denen wir beim Maibaumaufstellen begegnet waren.
Die Männer fielen mir auf, da sie fast alle eine äußerliche Besonderheit miteinander teilten. Sie trugen eine Kreuzkette um ihren Hals. Dass sie ein Kreuz als Zeichen ihres Glaubens und Vertrauens nach außen trugen, beeindruckte mich. Denn diesem äußeren Erscheinungsmerkmal begegne ich auf der heimischen Straße nicht mehr so oft, vor allem nicht in der Großstadt.
Die möglichen Gründe für eine Verbundenheit zwischen der Landwirtschaft und dem Glauben lassen sich schnell erahnen. Der Bauer, der das ganze Jahr hart arbeitet, seine Felder im Frühjahr instand setzt und die Saatgut ausbringt, hat letzten Endes nicht in seiner Hand, ob die Ernte gut oder schlecht ausfällt. Ihr Lebensverdienst hängt stark vom Wetter ab und somit meiner Überzeugung nach von Gottes Gnade und Führung im Leben.
Die Landwirte, denen wir begegneten, wissen sich wahrscheinlich in dieser Abhängigkeit von Gott, so schlussfolgere ich zumindest aufgrund ihrer Kette. Die Abhängigkeit verstehe ich dabei nicht als Schwäche, sondern als eine richtig eingenommene Position in der Beziehung mit Gott.
Dass der Mensch sein Leben nicht vollständig kontrollieren kann und es unsichtbare Prozesse gibt, die unerklärlich bleiben, verdeutlicht das Gleichnis vom Wachstum der Saat, das Jesus mit seinen Zuhörern am See teilte.
Gottes Reich kann man vergleichen mit einem Bauern und der Saat, die er auf sein Feld gesät hat. Nach getaner Arbeit legt er sich schlafen, steht wieder auf, und das tagaus, tagein. Währenddessen wächst die Saat ohne sein Zutun heran. Ganz von selbst lässt die Erde die Frucht aufgehen: Zuerst kommt der Halm, dann die Ähre und schließlich als Frucht die Körner. Sobald aus der Saat das reife Getreide geworden ist, lässt der Bauer es abmähen, denn die Erntezeit ist da. (Markus 4, 26-29)
Was für eine Entlastung für uns Menschen! Es kommt nicht allein auf mich an. Ich soll das tun (säen), was ich tun kann. Und Gott tut das, was nur er tun kann (den Samen wachsen lassen).
Natürlich bedeutet das nicht, dass der Mensch sich ausruhen kann, bis Gott ihn mit dem Notwendigen versorgt. Gott will gerade von uns, dass wir unsere Gaben und Talente einsetzen und zu fleißigen Arbeitern auf seinem Feld werden.
Luther hat diese Ambivalenz zwischen Fleißarbeit und Gottvertrauen mit folgendem Zitat ziemlich gut auf den Punkt gebracht:
„Bete so, als ob alles Arbeiten nichts nützt, und arbeite so, als ob alles Beten nichts nützt.“ (Martin Luther)
So wie der Bauer mit viel Geduld abwarten muss, ob er die kostbare Ernte im Herbst einfahren wird, befinden auch wir uns als Familie momentan in einer abwartenden Position hinsichtlich der beruflichen Situation meines Mannes.
Nach seinem Masterstudium bekam er einen guten Job bei einem der großen Automobilkonzerne, allerdings nicht in Festanstellung, sondern als Zeitarbeitskraft über einen Personaldienstleister. Noch ist ungewiss, ob sein Projektvertrag Ende des Jahres wieder verlängert wird und wir damit ein weiteres Jahr versorgt sein werden.
Eine Vertragsverlängerung hängt natürlich stark von seiner erbrachten Arbeitsleistung ab, deshalb gibt er alles für unsere Familie, aber eben nicht nur davon allein. Es hängt vor allem von politischen Entscheidungen und der wirtschaftlichen Entwicklung ab, aber auch davon, ob er der richtigen Person zum richtigen Zeitpunkt begegnet.
Das alles schreiben wir der Güte Gottes zu. Er lässt uns nicht hängen, sondern versorgt, gegebenenfalls auch mit einem Plan B, sollte die Tür für meinen Mann dort zugehen. Gottes Pläne sind gut, auch wenn es auf Anhieb danach nicht immer aussehen mag.

Nossa dependência vem de Deus, ao mesmo tempo que precisamos fazer nossa parte.
seguimos confiantes que Deus sempre tem algo bom reservado para aqueles que o amam. Viver na certeza de que Deus sempre cuida de nós traz leveza para o nosso dia a dia. Como diz Davi no salmo 37. Entrega o teu caminho ao Senhor, confia Nele e o mais Ele fará.
Muito obrigada Andrea por suas considerações!